Für gelungene Präsentationen: die „7 C Methode“ anwenden

Gute Präsentationen wecken Emotionen, fesseln die Zuhörer und bleiben besser hängen.

Im Internet lassen sich zahlreiche gute Präsentationen finden, z.B. bei ted.com. Viele davon haben einen starken Business- Bezug und werden für Marketing- und Vertriebszwecke in effektiver Weise eingesetzt.

Menschen können sich Informationen und Botschaften, die in Erzählform übermittelt werden, viel besser merken als durch Aufzählungen oder sachlich-nüchterne Texte. Bevor die Frage aufkommt: ja, auch Kollegen, Kunden, Vorgesetzte und Mitarbeiter sind Menschen.
Bedienen Sie sich daher dem Story-Telling, um einerseits Informationen und andererseits Emotion und Motivation zu wecken – in Ihrem Sinne.

Was eine gute Präsentation, bzw. Story ausmacht, kann sehr unterschiedlich sein. Wie man gelungene Präsentationen entwickelt, dafür habe ich eine Methode:

Die “7 C Methode”:

  1. Concept
  2. Conflict
  3. Contrast
  4. Connection
  5. Content-Creation
  6. Conclusion
  7. Call to action

1. Concept

Der größte Fehler, den man bei der Erstellung einer Präsentation machen kann: sofort PowerPoint, Prezi, Keynote oder ein anderes Präsentationsprogramm zu öffnen. Präsentationsprofis machen sich immer erst einmal Gedanken über das Konzept. Ein leeres Blatt Papier ist dafür völlig ausreichend. Schreiben Sie in die Mitte, was Sie mit der Präsentation erreichen wollen. Oder anders ausgedrückt: was ist die eine Sache, die Ihre Zuhörer aus der Präsentation mitnehmen sollen. Oder verwenden Sie Metaplan oder Karteikarten, wenn Sie viel verschiedene Inhalte und Themen haben und diese nachher zu einer stimmigen Story zusammenpuzzeln müssen.

Wie auch immer Sie vorgehen, konzentrieren Sie sich zunächst auf Ihr Präsentationsziel und die stichwortartige Inhaltssammlung – und das geht am besten offline.
Oder wie es John Cleese fomulierte:

„Wir wissen nicht, woher wir Ideen bekommen. Was wir aber wissen ist, dass wir sie nicht von unseren Laptops bekommen.“

2. Conflict

Stellen Sie sich das folgende Drehbuch vor: ein junger Mann beendet sein Studium, findet einen Job, der ihm Spaß macht und verliebt sich in seine Kollegin. Sie erwidert seine Liebe, danach heiraten sie und bekommen viele Kinder. Ende.
LANGWEILIG!!!
Eine gute Story ist keine Abfolge vorhersehbarer Ereignisse. Genau so wenig sollte eine gute Präsentation eine Auflistung vorhersehbarer Themen sein (Firmengeschichte, Über uns, Umsatz- und Mitarbeiterentwicklung, Produktübersicht, etc.).
Überraschen Sie Ihre Zuhörer, fesseln Sie sie und involvieren Sie sie. Wie das geht? Mit einem Konflikt. Zeigen Sie beispielsweise, in welch dramatischer Lage sich Ihr Kunde befand, bevor er Sie kennen gelernt hat. Das ist interessant, involvierend und erinnerungswürdig.

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3. Contrast

Asterix und Obelix, Dick und Doof, Bud Spencer und Terence Hill. Es gibt unzählige Beispiele aus Literatur und Film, die beweisen, wie wichtig Kontrast für eine gute Story sind. Gegensätze ziehen sich nicht nur an, sondern machen eine Geschichte spannend und involvierend.
Kontraste helfen zudem, Konflikte zu verstärken – und umgekehrt.
Machen Sie den Kontrast zwischen „dem was ist“ und „dem was sein könnte“ so krass wie möglich. Das verdeutlicht Ihrem Gegenüber, dass die gegenwärtige Situation (ohne Ihr Produkt) schlecht ist und dass man dringend etwas ändern müsste (Produktkauf) um eine bessere Situation zu erreichen (Ihr Produkt verwenden).

4. Connection

Sie kennen das sicherlich: Sie sitzen in einer Präsentation und fragen sich: was hat das alles mit mir zu tun und warum verschwende ich hier meine Lebenszeit?
Dem Präsentator ist es also offensichtlich nicht gelungen, eine Connection, also Beziehung zu Ihnen aufzubauen. Und zwar weder auf persönlicher noch auf inhaltlicher Ebene. Fragen Sie sich daher immer: was erwarten meine Zuhörer? Welchen Nutzen kann ich ihnen bieten? Und insbesondere: wie kann ich es schaffen, dass mir meine Zuhörer folgen können, dass sie sich im Präsentierten widerfinden und sich mit den Beispielen identifizieren? Die Antworten auf diese Fragen sorgen für eine Verbindung. Und Verbindung sorgt für Verbindlichkeit in der zwischenmenschlichen Beziehung. Desinteresse und Ablehnung kommen so gar nicht erst auf.

5. Content-Creation

Mittlerweile haben Sie viele Stichworte auf Ihrem Papier bzw. Metaplankarten gesammelt. Vielleicht haben sich Ihre Aufschriebe zu einer Mindmap entwickelt, mit Skizzen, Pfeilen und Nummerierungen. Fügen Sie nun Zitate, Bilder, Beschreibungen, Beispiele, weitere Details hinzu. Wenn Sie Grafiken und Präsentationsfolien verwenden, sorgen Sie dafür, dass diese professionell aussehen. Denn selbst gute Ideen haben es schwer, wenn sie stümperhaft oder unvorteilhaft präsentiert werden.

Präsentationssoftware steht am Ende der Präsentationsvorbereitung. Nicht am Anfang.

Ab diesem Zeitpunkt arbeite ich persönlich in PowerPoint. Denn jetzt ist der rote Faden entwickelt und nun beginne ich mit der Aufbereitung, Erstellung und Sortierung der Inhalte.

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6. Conclusion

Sie haben also Ihre Zuhörer im Laufe der Präsentation auf eine Reise mitgenommen, ein Problem bzw. Konflikt vorgestellt und dann eine Lösung präsentiert bzw. den Konflikt gelöst. Im Idealfall hat Ihr Publikum innerlich bei jedem Schritt auf dieser Reise innerlich genickt. „Ja, diesen Schritt kann ich nachvollziehen, ja, dieses Problem habe ich auch und ja, so würde ich mir die Lösung wünschen“. Je involvierender, nachvollziebarer und kontrastreicher Ihre Reise war, desto mehr Ja haben Sie gesammelt und desto mehr trifft Ihre Schlussfolgerung bzw. Ihr Ergebnis auf offene Ohren und Herzen. In einem Business-Kontext ist das Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung.

7. Call-to-Action

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt gekommen, Ihrem Publikum klar und deutlich zu sagen, wie es jetzt weitergeht. Was konkret getan werden muss, um den Konflikt zu lösen und die Vorteile von dem, “was sein könnte”, zu genießen.


Gelungene Präsentationen haben also Methode. Meine hat 7 C.

 

 

Herzlichen Dank an hermanturnip für das Foto „Matches“. Lizenz 2.0 Generic (CC BY 2.0)

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