Wenn externe Dienstleister Präsentationen erstellen [Video]

Worauf muss man achten, wenn man bei der Erstellung von Unternehmen-, Schulungs- und Vertriebspräsentationen mit externen Spezialisten zusammen arbeitet.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es gibt sehr gute Gründe, die Präsentationen für das eigene Unternehmen nicht selbst zu machen.

Schwierigkeiten, wenn Techniker, Ingenieure und Fachleute für das Fach des Unternehmens ihre Präsentation selbst erstellen sind oft:

  • informationsüberfrachtet
  • unansehnlich
  • langweilig
  • sinnlos animiert

Von fehlender Struktur, grafischem Auge, Storytelling und angewandter Verkaufspsychologie ganz zu schweigen …

Und das meine ich völlig wertfrei. Wenn ich Maschinen entwickeln oder Software schreiben sollte, würde dabei auch nichts rauskommen.

Hintergrund

Seit einigen Jahren gehört das Thema Storytelling und die Erstellung Unternehmens-, Vertriebs- und Schulungspräsentation für Unternehmen zu meinen Leistungen.

Dabei ist mir eines klar geworden. Selbst die beste Präsentation ist verschwendete Zeit, wenn es bei der Übergabe an den Kunden immer noch die Präsentation der Agentur und nicht “Unsere” Präsentation ist.
Was dann im schlimmsten Fall passieren kann: Die Präsentation wird nicht genutzt und verschwindet in der digitalen Schublade.

Ist mir schon passiert:
Marketing beauftragt eine Präsentation für eine wichtige Messe, ich setzte sie zur Zufriedenheit der Marketingleute um, aber nachher zeigen die Verkäufer am Stand die alte Präsentation, weil sie mit der neuen einfach nichts anfangen können.

Damit das Ihnen nicht passiert, sollten Sie folgendes beachten:

1. BRIEFING

Im Idealfall ein Gremium mit Vertretern aller Entscheider und Präsentatoren bilden:

  • Welche Ziele sollen mit der Präsentation erreicht werden?
  • Einsatzszenarien definieren
  • Wer soll die Präsentation halten
  • Alle Entscheider und deren Input abholen (Kickoff-Workshop)

2. MEILENSTEINE

  • Regelmäßig Feedback von Entscheidern einholen
  • Jour-fixe einführen mit einem festen Ansprechpartner

Das hat Vorteile für alle und man arbeitet weniger für den Papierkorb.

3. VORSTELLUNG

Diese Woche ist mir folgendes passiert. Ich habe bei einem Kunden eine Präsentation vorgestellt und es kam eine Diskussion auf, wie man nun diese Schulungspräsentation den jeweiligen Kollegen zur Verfügung stellen soll. Die Idee: wir stellen die Präsentation auf den Datenserver und da kann sich ja jeder die Präsentation anschauen, runterladen und dann bei Gelegenheit halten. Ich habe mich dann in die Präsentation eingemischt und gesagt: davon würde ich ganz dringend abraten. Zu oft habe ich erlebt, dass das sensationell in die Hose geht. Beispiel: ich habe für einen Kunden eine Messepräsentation erstellt, das mit dem Kunden abgestimmt und der fand das super.

Als ich dann aber auf die Messe kam, musste ich sehen, wie die Kollegen am Stand die ALTE Präsentation verwendet haben. Es war so, dass sich die Kollegen nicht wohlgefühlt haben mit dieser Präsentation. Daher haben sie lieber die alte gezeigt, mit der sie sich auskennen.

Es ist also so wichtig, dass man die Präsentation vorstellt. Denn erst wenn man versteht, wie die Präsentation inhaltlich aber auch methodisch funktioniert, kann man auch hinter dieser Präsentation stehen.

Es darf nicht die Präsentation des Externen oder der Agentur bleiben. Die Präsentierenden müssen sagen können:

“Das ist jetzt meine Präsentation. Hinter der stehe ich”.

4. SCHULUNG

Mir ist es schon passiert, dass ich einem Kunden eine Präsentation vorgestellt habe und der Geschäftsführer sagte: “Aufgabe zu 100% erfüllt.” Leider war aber derjenige, der die Vertriebspräsentation vortragen sollte, nicht in der Lage dazu, die Präsentation richtig vorzutragen. Das traurige Ergebnis: die Präsentation kam nie so richtig zum Einsatz und verstaubte in der digitalen Schublade. Heute weiß ich: eine Schulung hätte der Sache gut getan.

Es ist so wichtig, dass der Vortragende versteht, wie die Präsentation funktioniert, wann welche Folien kommen, dass er sich wohlfühlt und sie gerne vorträgt. Denn nur dann kommt sie auch bei den Zuhörern gut an.

Präsentation mit Storytelling Elementen ist eben keine Standard-Präsentation, bei der man die Bulletpoints abliest und noch ein bisschen ausführt. Die Geschichte lebt vom Erzähler. Er muss die Geschichte kennen, verstehen, hinter ihr stehen, kurz: er muss die Geschichte, die er erzählt noch einmal live vor Publikum erleben. Nur so ist sie authentisch und kann ihren Zweck erfüllen.

Klar, Präsentationen leben zum Großteil vom Präsentator. Und damit Präsentationen gut vorgetragen werden, ist Übung notwendig. Man muss die Präsentation inhaltlich verstehen und natürlich auch über die Fähigkeit besitzen das Thema gut rüberzubringen.

Also, die Schulung der späteren Präsentationsverwender ist ein wichtiger Baustein, wenn Präsentationen von Extern auf intern übergehen sollen.

Und keine Sorge: Nur Philosophen werden geboren. Redner dagegen werden gemacht.

 

 

Zusammengefasst: Sie als Auftraggeber von Unternehmens-, Schulungs- und Vertriebspräsentationen: lassen Sie sich immer wieder:

  1. involvieren
  2. informieren
  3. die Präsentatoren befähigen

Denn nur wenn man eine Präsentation versteht, kann man auch hinter ihr stehen.
In diesem Sinne: lassen Sie uns gute Präsentationen erstellen, die Spaß machen: zum Vortragen und anhören. Und zum Erfolg führen.

Höher zielen – besser treffen.