Was verrät die Körpersprache deines Publikums?

Richtig präsentieren. Auf diese Zeichen solltest du achten!

 

Wusstest du, dass du den Erfolg einer Präsentation an der Körpersprache deiner Zuhörer erkennen kannst?

Was tun Kinder, wenn sie etwas nicht hören oder sehen wollen?

Genau 🙂
Sie schließen mit aller Kraft ihre Augen oder versuchen ihre Ohren vollständig zu bedecken. Ein typisches Verhalten, das sich körperlich nur anders ausdrückt, wenn wir älter werden.

Menschen, die sich während Präsentationen angespannt oder unwohl fühlen, neigen dazu, ihr Gesicht zu berühren oder ihre Körperposition zu ändern! Das ist ein unbewusstes Feedback zu deiner Präsentation. Und deine Chance zu reagieren!!!

Die Zuhörer fühlen sich normalerweise bei einer Präsentation nicht beobachtet und folglich ist ihre Körpersprache leicht zu lesen. 

Aller Anfang ist schwer. Am Anfang meiner Karriere, bevor ich Trainer und Berater wurde, habe ich mir oft Fragen gestellt, wie z.B.: „Wie komme ich eigentlich bei meinen Zuhörern an? Habe ich sie gelangweilt? Wie sollte ich das Stirnrunzeln von diesem Typen interpretieren? Ist er gelangweilt oder nachdenklich?“

 

„Gesten sind sichtbar gewordene Gedanken“

(Marcel Marceau)

 

Die Kommunikationsforschung legt nahe, dass bis zu 70% aller Kommunikation “nonverbal” ist.

Heute möchte ich dir, als Präsentationstrainer, dazu ein paar Tipps geben. Ich wünsche dir, dass du dadurch mehr Sicherheit während deiner Präsentation gewinnst.

 

So liest du dein Publikum

 

Offen und interessiert:

Lächelnd und leicht nach vorne gebeugt. Der Kopf kann leicht zur Seite geneigt sein. Die Haltung wird ziemlich aufrecht und aufmerksam sein, während die Körperhaltung entspannt und freundlich wirkt. Augen sind bei interessierten Zuhörern eher groß.

 

Nachdenklich:

Hände sind hier der Schlüssel. Du kannst normalerweise feststellen, ob deine Zuhörer bei der Sache sind, indem du beobachtest, was ihre Hände tun. Zusammengeklammerte Hände zeigen, dass sie darüber nachdenken, was du sagst. Sie wollen deine Worte be“greifen“.

Ein weiterer Hinweis, dass deine Zuhörer über deine Inhalte nachdenken, wenn ihre Finger oder Hände nahe am Mund sind. (Aber nicht so, dass sie den Mund bedecken). Dabei wirken die Augen eher klein und sind ggf. leicht zusammengekniffen.

 

 

Neutral:

Neutralität ist nicht unbedingt schlecht. Wahrscheinlich haben deine Zuhörer noch nicht entschieden, ob sie dir glauben oder nicht, oder ob deine Botschaft relevant und glaubwürdig ist. Bei einer neutralen Haltung siehst du einen leeren Gesichtsausdruck: Weder lächeln noch stirnrunzelnd, und der Körper ist in einer aufrechten (oder leicht nach vorne geneigten) Position. In dem Fall musst du sie noch für dich gewinnen. Erzähle eine persönliche Geschichte oder bring Inhalte, die neu, spannend und relevant für sie sind.

 

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Verwirrt:

Achte auf eine asymmetrische Körpersprache: Kopf oder Körper, die zur Seite geneigt sind. Der Mund kann nach unten gezogen sein und auf der einen Seite können sie eine hochgezogene Augenbraue haben. Du kannst auch einen schnellen Scan durch den Raum machen, um zu sehen, ob andere Leute auch verwirrt sind.

Es könnte bedeuten, dass du auf deinen Standpunkt zurückkommen und ihn entweder langsamer oder auf andere Weise erklären musst. Manchmal, wenn ein Zuhörer an eine Frage denkt, aber nicht fragen möchte, können sie ihren Mund mit der Hand abdecken. Im schlimmsten Fall bedeutet es:

Halt einfach den Mund.

Jetzt ist ein schneller Themenwechsel angesagt.

 

 

Ungeduldig:

Ein schnelles Kopfnicken das nonverbale Äquivalent zu „Ja, wir verstehen es…  geht’s jetzt endlich weiter…“ Innerhalb weniger Augenblicke kann Ungeduld zu Ablehnung werden. Begleitende Symptome ungeduldiger Zuhörer: sie beginnen sehr aktiv mit ihren Füßen und Beinen zu werden. Ein baumelnder, kreisender, schwingender Fuß, abwechselnd zitterndes Bein oder klopfende Füße.

Der Körper sagt, was man nicht mit Worten sagen darf:

“Ich würde am liebsten abhauen”.

Die Zuhörer greifen zum Smartphone, blättern in Unterlagen oder schauen auf ihre Uhr. Dann wird es an der Zeit, dass du die Geschwindigkeit erhöhst oder schnell zum nächsten Punkt übergehst.

 

 

Gelangweilt:

Langeweile wird sofort deine Fähigkeit blockieren, deine Botschaft zu vermitteln. Die Zuhörer werden anfangen herunterzufahren und abzuschalten. Erstens wird sich ihre Haltung ändern. Sie können sich leicht von dir abwenden oder in ihren Stuhl fallen. Ihr Kopf kann nach unten oder zur Seite oder nach unten fallen und muss möglicherweise von ihrer Hand gestützt werden. Dabei können sie ihre Arme über ihren Körper kreuzen.

Sie werden anfangen zu zappeln, z.B. mit technischen Geräten, Brillen, Uhren, Kugelschreibern oder Schmuck. Jetzt kommt es zu häufigem Gähnen oder dem Wandern der Blicke durch den Raum und aus dem Fenster. Atmet ein Teilnehmer laut und hörbar aus, will er seiner Langeweile so “Luft machen”.

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Jetzt musst du etwas tun, wie eine Geschichte zur Auflockerung erzählen, dich mehr bewegen oder eine Interaktion einbauen, um sie zurück in den Raum zu bringen.

 

 

Unbehaglich:

Wenn sich Menschen unwohl fühlen, werden sie versuchen, von dem „loszukommen“, was sie belästigt. Weil sie nicht wirklich aufstehen und die Präsentation verlassen können, versuchen sie stattdessen, ihren Körper weg zu bewegen. Das bedeutet, dass sie ihre Köpfe von dir wegbewegen oder ihren Körper so weit wie möglich abwenden.

 

 

Eine vielsagende Körpersprache ist, wenn die Zuschauer den Nacken berühren: Nacken und Schultern massieren oder etwas in der Nähe ihres Halses berühren, wie ihr Schal oder ihre Halskette. Es ist eine Schutzgeste, ein Versuch, sich selbst zu beruhigen.

 

Ablehnend oder missbilligend:

Das Publikum blickt dich finster an und runzelt die Stirn. Der Verdacht liegt jetzt nahe, dass sie nicht mit dir übereinstimmen.

 

 

Weitere Signale:

Trotzig gefalteten Arme, gepaart mit gekreuzten Beinen und einem Verlust des Augenkontakts. Sie bauen im Geiste eine Barriere gegen dich auf. Oder die Zuhörer diskutieren etwas mit der Person, die neben ihnen sitzt (ohne zu lächeln oder zu nicken).

Sie vermeiden es, dich anzuschauen. Wenn sie dich anschauen machen sie ein mürrisches Gesicht. Ihren Mund ziehen sie zu einer geraden oder leicht nach unten gerichteten Linie zusammen oder beißen ihre Zähne und Kiefer zusammen.

 

Fluchtursachen des Publikums erkennen und verhindern

 

Zuhörer, die sich in schlechten Präsentationen gefangen fühlen, werden versuchen durch Wegschauen zu entkommen, ihren Körper wegdrehen, ihre Füße auf einen Ausgang richten und laut (oder laut „schnaufend“) ausatmen. Sie drehen ihr Gesicht, ihr Herz und ihren Oberkörper vom Präsentierenden weg oder richten die Beine bzw. Füße Richtung Ausgang und atmen schnell und laut aus, als ob ihr Körper versucht, aus dem Raum zu fliehen. Akuter Handlungsbedarf, wenn dies bei mehreren Personen im Raum passiert.

Wechsle dann das Thema, versuche die Atmosphäre aufzulockern und identifiziere, was das Problem ist.

Natürlich ist die beste Art, Fluchtursachen zu bekämpfen, diese gar nicht erst aufkommen zu lassen. In meinen Trainings bekommst du dafür alles, was du benötigst.

 

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Bei Präsentationen nichts persönlich nehmen

 

Achtung: Aus eigener Erfahrung weiß ich, das die Körpersprache der Zuhörer nicht immer etwas mit dir zu tun haben muss.

 

Ich habe schon oft in gelangweilte Gesichter geblickt und nachher herausgefunden, dass sie meinen Vortrag bzw. das Thema höchst spannend fanden. Aber sie waren eben müde, weil sie schlecht geschlafen haben. Manche Menschen haben sich eben auch einen angespannten, mürrischen Gesichtsausdruck angewöhnt. Die können dann irgendwann gar nicht mehr anders. Und manchmal läuft auch ein ganz eigener Film im Kopf eines Zuhörers. Einer meiner Trainingsteilnehmer schaute mich irgendwann ziemlich frustriert an. 

Das kam daher, weil das Training „Kundengewinnung neu gedacht“ ihn daran erinnerte, was er in seinem Unternehmen noch alles umsetzen wollte. Er war dankbar für die Inhalte aber eben enttäuscht, dass es noch so viel zu tun gab. Bei diesen Beispielen hatte die Körpersprache rein gar nichts mit mir als Redner zu tun.

Das passiert in Präsentationen, dass einzelne Zuhörer uninteressiert wirken. Dann gilt es, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und selbstbewusst weiter zu machen. Nur wenn sich die Körpersprache von mehreren Teilnehmern plötzlich zum negativen ändert, sollte man aktiv werden.

 

So gewinnst du deine Zuhörer für dich:

  1. Sicher sein im Thema
  2. Vorab die Erwartungen der Zuhörer in Erfahrung bringen
  3. Thema auf Zuhörer anpassen
  4. Präsentation erstellen
  5. Auf Präsentation freuen
  6. Präsentation selbstbewusst durchführen
  7. Wieder freuen und zufrieden sein, denn wenn jetzt noch schlechtes Feedback kommt, hat es nichts mit dir zu tun

 

Viel Erfolg beim Erkennen der Körpersprache deines Gegenübers und bei der nächsten Präsentation.

 

praesentieren lernt man nur durch praesentieren

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