Präsentation beginnen – 10 Beispiele für einen überzeugenden Einstieg

Ein starker Anfang entscheidet darüber, ob deine Zuhörer aufmerksam sind und bleiben. Hier sind 10 praxiserprobte Beispiele, wie du wirkungsvoll in deine Präsentation einsteigen kannst.

 

 

Heute geht es um den BÄMM-Präsentationseinstieg, denn für einen guten ersten Eindruck hat man keine zweite Chance.

Böse gesagt, Menschen beurteilen dich bei einer Präsentation genau dreimal. Erstens nach unter eine Sekunde, nach 10 Sekunden und, wenn es gut läuft, nochmal am Ende. Die wichtigste Sekunde ist die erste. Und wenn man da keinen guten Eindruck macht, ist man raus.

Das allererste, was ich dir gerne mitteilen möchte, ist das Geheimnis. Das ist der Punkt Nr.1.

 

Das Geheimnis aller guten Redner, wenn die eine Präsentation beginnen, eine Rede eröffnen. Was alle wirklich gute Redner gemeinsam haben, ist folgendes … Was das ist, verrate ich dir am Ende des Videos. Das mal Redeeinstieg Nr.1.

Und Redeeinstieg Nr.2 ist eine Technik, die Du gerade eben kennengelernt hast. Das ist nämlich, so eine Art Geheimnis machen, so eine Art Rätsel aufgeben.

 

Und diese Rätsel, ja, so sind wir Menschen veranlagt, das wollen wir irgendwie lösen. Da kommt jetzt unsere ganze Neugier in Spiel und wir stellen uns die Frage: Was steckt wohl dahinter? Ja, ich möchte rausfinden, was das ist. So funktionieren die ganzen Cliffhänger in den Serien, die und dazu veranlassen, so Binge Watching zu machen und eine Serie nach der anderen zu gucken, weil jedes Mal am Ende was so Spannendes kommt, dass wir nicht ausschalten können. Und das kann man sich auch zu Nutze machen in der Präsentation. Gleich zu beginnen mit irgendeinem Cliffhänger, einem Rätsel, einem Geheimnis. Irgendwas, was die Neugier weckt und die Zuhörer sagen: „Hmm, was ist das? Ja, ich mache jetzt mit.“

Praktisches Beispiel aus der Geschäftswelt. Ich habe eine Präsentation vor einem jungen, aber sehr-sehr talentiertem Bosch Mitarbeiter beiwohnen dürfen. Und da ging es so ganz grob um das Thema Sicherheit im Auto. Also, wenn in Zukunft das Internet mit dem Auto verbunden ist und Autos weltweit untereinander kommunizieren, aber jetzt schon mit dem Smartphone kommunizieren oder wie auch immer, wo bleibt da die Sicherheit? Und da sagt er von Anfang an so ungefähr: „Wie gelingt uns das?“ Seine Aufgabe war, dieses schwierige Problem zu lösen. Und wie er das gelöst hat, war nicht einfach, aber er hat eine Lösung und die möchte er uns jetzt bei dieser Präsentation vorstellen.

So ganz grob war sein Beginn. Und es war so spannend, wobei ich jetzt vom Fach nicht wirklich bin, ihm beizuwohnen, mit ihm gemeinsam diese Herausforderung, die er da dann gelöst hat, mit uns live in der Präsentation das noch alles mal mitzuerleben. Er hat es super gemacht. Wir waren die ganze Zeit bei ihm, haben mit ihm gezittert, sind mit ihm in die falsche Richtung gegangen, um festzustellen, die Technik funktioniert nicht, wir müssen was anderes ausprobieren und waren ganz froh am Ende das gelöst zu haben. Wie hat er das geschafft, uns die ganze Zeit bei ihm zu halten, auf ihn uns zu gewinnen? Denn er uns ein Rätsel aufgegeben hat. Und das haben wir gemeinsam in der Präsentation gelöst.

Möglichkeit Nr. 3, wie man in eine Rede wirkungsvoll einsteigt, ist es, eine interessante Frage zu stellen.

 

Beispiel: Wie wird es uns als Weltgemeinschaft gelingen eine weiterhin exponentielle Zunahme der Bevölkerung zu ernähren? Wie schaffen wir das? Das ist ein Thema, das alle irgendwie interessiert, alle berührt. Die Umwelt, die Natur, die Erde – auf der leben wir alle gemeinsam und wenn es diesem Planet nicht geht, dann geht´s mir auch überhaupt nicht gut. Also, das ist das Thema, das eigentlich mal alle interessieren sollte und die Antworten, die der Redner jetzt bringt, sind mal grundsätzlich für alle interessant.

Anderes Beispiel aus der B2B-Welt wieder. Ein CEO von einem Automobilzulieferer könnte z. B. so was sagen wie: „Welches Geld benötigen wir als Automobilzulieferer, um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu sein? Und welche Mitarbeiter brauchen wir dafür?“ Wenn er das vor seinen Mitarbeitern fragt und diese Frage an den Anfang der Präsentation stellt, dann hat er alle seine Zuhörer bei sich. Dieses Thema interessiert alle und alle wissen, dass ihre Zukunft von der richtigen Antwort auf diese Frage abhängt. Also, eine sehr schöne Möglichkeit, wie man in eine Präsentation einsteigt, ist eine spannende Frage in Publikum zu stellen.

Präsentationseinstieg Nr. 4. Der Klassiker unter den Redeeinstiegen ist, natürlich, das Zitat.

 

Ja, das wir alle schon ganz oft gehört. Es ist relativ-relativ verwandt mit einem langweiligen Einstieg, wenn es man nicht gut macht. Darum bei gewöhnlichen Einstiegen immer Vorsicht. Gewöhnliche Einstiege haben eben die Schwierigkeit, dass die Zuhörer denken könnte: „Okay, der Einstieg war gewöhnlich. Das, was jetzt danach kommt, muss also auch irgendwo gewöhnlich sein. Ja, so denkt man dann, assoziiert man dann. Darum immer aufpassen mit gewöhnlichen Redeeinstiegen. Wenn man also mit dem Zitat unbedingt beginnen möchte, dann such bitte ein Zitat aus, dass noch nicht jeder kennt.

Also, irgendwie der Klassiker, wie „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ haben wir alle schon tausendmal gehört und das ist wieder so langweilig. Da weiß ich schon, was auch jetzt kommt, wird auch nicht spannend werden. Es muss neu sein. Im Idealfall ist es auch ein Zitat, das ich nicht nur einmal am Anfang bringe, um irgendwie einen Redeeinstieg zu haben, sondern etwas, was in irgendeiner Art Motto meines Vortrags wird. Das heißt, wenn ich durch das Zitat einsteige, dann kann ich dieses Zitat vielleicht nochmal aufgreifen, im Mittelteil, am Ende nochmal bringen. Irgendwie, dass eine runde Sache daraus wird. Dass das Zitat eben auch in die Struktur der Präsentation mitverhoben ist. Und dritte Möglichkeit mit einem Zitat gut umzugehen, ist, wenn dieses Zitat wirklich was ganz Persönliches ist. Etwas, dass fast schon charakterbildend ist.

Beispiel: Steve Jobs. Der sagte, wenn er schon spürte: „Es geht jetzt zum Ende meines Lebens, ich möchte aber meinen Mitarbeitern was mitgeben.“ Sagte der:

„Stay hungry. Stay foolish.“

Also, bleibe hungrig und bleib so immer ein bisschen verrückt. Das war so Steve Jobs. Das war sein Lebensmotto. Und das hat er am Ende seines Lebens, so zu sagen, mal in einen sensationellen Satz gepackt, den man sich merken kann und den er seinen Leuten mitgegeben hat, den er der ganzen Welt mitgegeben hat. Er war, der immer hungrig war. Er war gar nicht zufrieden. Er hat nicht gesagt: „Oh, super, jetzt habe ich das iPod erfolgreich vermarktet, jetzt reicht es mir.“. Ne, er hat dann den iPhone und das iPad gebracht und
es ging immer weiter bei ihm. Und er war auch ein bisschen verrückt.

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Ich glaube, so erfolgreich in so einem innovativen Umfeld geht nur mit verrückt zu sein. Und das hat er seinen Menschen mitgeben wollen, seinen Mitarbeitern, dass die Firma weitergeht, dass sein Vermächtnis weiterlebt. Und darum wäre dieses Zitat, wenn er es jetzt als Redeeinstieg verwendet hätte, ein Superzitat gewesen. Ja, so hat er gegen das Ende seiner Präsentation gesagt, hätte aber auch als Einstieg wählen können. Und das ist eine wirkungsvolle Methode.

Wenn also du eine Botschaft mitgeben möchtest, wenn du in eine Präsentation mit einem Zitat einsteigen möchtest, wäre das Weltklasse, wenn dieses Zitat neu wäre, wenn es nicht nur der Einstieg wäre, sondern irgendwie auch eine weitere Rolle in der Präsentation spielt und drittens, wenn es irgendwie auch stilbildend für dich wäre, auch eine Art Lebensmotto für dich wäre, wenn es immer authentisch, zu dir passend rüberkommt. Noch Beispiel wie man kein Zitat bringt, ist: „Wie einst denn schon Goethe, Johann Wolfgang von Goethe, auf dem Weg nach Weimar sagte: „Auch Steine, die man nun es in den Weg legt, auch aus denen kann man schöne Dinge bauen.“ Zum einmal falsch zitiert und zweitens: Ich weiß nicht, ob Du grade mal beobachtet hast in dem Moment, wo ich Goethe gesagt habe. Hast du vielleicht so gedacht: Ja, kenne ich. Hat schon paar gute Sachen gesagt, aber der ist ja schon lange tot. Ich habe ja so einstens gesagt. So redet ja keiner. Das ist so ganz unecht irgendwie. Und in dem Moment, wo etwas unechtes, Stellendes kommt, entsteht ein Abstand zwischen uns beiden, zwischen dem Zuschauer und dem Präsentator, dem Zuhörer und dem, der präsentiert. Und dann ist das Zitat, ich ja absichtlich so was gewählt, was so bisschen bekannt, aber nicht total bekannt ist, ist es dennoch ein Zitat, das so ein bisschen wulstig ist. Also das Zitat, das muss zum Anlass passen oder ich entscheide mich besser für einen anderen Redeeinstieg.

Eine andere schöne Möglichkeit, und jetzt sind wir bei Möglichkeit Nr. 5, in eine Rede einzusteigen, in eine Präsentation einzusteigen ist es, indem wir eine Statistik sagen oder eine Zahl benennen.

 

Und auch da gilt wieder: Das darf keine Zahl sein, die gewöhnlich ist oder die eigentlich nicht überrascht. Das muss eine Zahl sein, bei der es echt WOW macht, so BÄMM macht, im Hinterkopf. Ich mache mal ein Beispiel. Im Jahr 2015 wurden weltweit 72 Millionen Fahrzeuge neu auf der Welt zugelassen. Ja, also, 72 Millionen. Wow, es ist viel. Also, erstens bei dieser Zahl muss ich selber denken, es ist viel. Punkt 1. Damit diese Zahl wirklich BÄMM macht, sonst ist es irgendwie 72 Millionen. Ist es viel oder ist es wenig?

Dann wäre es gut, wenn diese Zahl, die man am Anfang der Präsentation benutzt, danach gleich irgendwie dramatisiert wird, erläutert wird. Beispiel. Ich könnte sagen: „72 Millionen Fahrzeuge. Das ist also so, als ob fast jeder Deutsche im Jahr 2015 ein Auto zugelassen hätte.“ Oder: „Wenn man alle diese Autos übereinander stapeln würde, dann könnte man noch weiter bauen als bis zum Mond“. Keine Ahnung, ob das jetzt stimmt, aber muss man irgendwie ausrechnen. Also, diese Zahl irgendwie dramatisieren, irgendwie greifbar machen. So ist ein guter Einstieg.

Einstiegsmöglichkeit Nr. 6 ist es, eine kleine Geschichte zu erzählen, eine Anekdote.

 

Ein sehr-sehr guter Einstieg aus meiner Sicht, weil zu den allen meisten Themen, zu denen wir Präsentation halten oder den Botschaften, die wir in der Präsentation überbringen möchten, haben wir schon mal irgendwas erlebt. Wir müssen nur lange suchen, wir finden etwas. Und eine Anekdote ist was ganz Persönliches. Eine Geschichte, die uns passiert, die ist eben nur uns passiert. Und wir reden jetzt und darum ist das, was wir jetzt sagen in der Präsentation, auch das, was interessant ist. Darum eine Anekdote ist eine wundervolle Art, in die Präsentation einzusteigen.

Beispiel: Hochzeitsfeier. Angenommen ich wäre jetzt der Trauzeuge und ich darf eine Rede halten auf der Hochzeit meines besten Freundes und ich würde folgendes sagen auf dieser Hochzeitsfeierrede: „Damals, als ich ihn und sie zum allerersten Mal im Auto mitgenommen habe und mit ihnen einen Ausflug gemacht habe, habe ich gleich gemerkt so wie die auf der Rückbank die ganze Zeit rumgeschickert haben, so viel Energie wie da in dem Auto war, wie viel die gelacht haben, war mir sofort klar – die zwei, die gehören auf jeden Fall zusammen.“ So eine ganz persönliche nette Anekdote in dem Fall für das Hochzeitspaar und alle Gäste. Eine sehr schone Einstieg in die, in dem Fall, Hochzeitsrede.

Machen wir noch ein Beispiel aus der Businesswelt. Angenommen ich wäre jetzt ein Geschäftsführer und ich möchte jetzt auf der Weihnachtsfeier oder irgendeiner großer Firmenfeier, meinetwegen 30 Jahre Firmenfeier, möchte ich jetzt eine Rede halten. Und vielleicht die gute Entwicklung der letzten Jahre betonen. Und ich bin jetzt 5 Jahren eben Geschäftsführer dieser Firma, könnte ich sagen: „An meinem ersten Arbeitstag, also, wenn ich so zum alertesten Mal bei diesem Gebäude vorfuhr mit dem Wissen Hier werde ich meinen ersten Arbeitstag eintreten, saß ich so um Auto und habe ein paar Mitarbeiter beobachtet, die jetzt in Firmengebäude reingehen. Und wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Da war ein teilweise schlurfender Gang, da war gebückte Haltung. Da war kein Feuer, kein zu sehen, dass die Mitarbeiter jetzt an ihren Arbeitsplatz gehen, bereit für die nächsten Aufgaben. Das war ein bisschen traurig. Und wisst ihr was? Heute Morgen habe ich das wieder gemacht. So kurz vor unserer Firmenfeier. Und die letzten 5 Jahre, die waren einfach phänomenal. Was wir gearbeitet haben, was wir geleistet haben, wie wir unseren Umsatz gesteigert haben“, sagen wir mal,“ das war großartig. Das sieht man euch an. Ich habe euch Morgen beobachtet, wie ihr zur Arbeit gegangen seid, in dem Fall hier, bei dieser Festzeit. Da war Schwung in eurem Schritt, da war Freude, da war ein Strahl. Und ich muss einfach sagen, ich bin stolz, dass ich mit euch diese Firma leiten darf.“

Das könnte so eine Rede sein, ein Redeeinstieg sein von einem Geschäftsführer, der jetzt seine Mannschaft mal loben möchte. Eine kleine Anekdote ist eine Geschichte von dieser Person, die diese Person erlebt hat, die du erlebt hast und die du jetzt eben in diese Reise mit reinbringst. Überlege dir also, welche netten Geschichten hast du erlebt, die vielleicht lustig sind, die zu der Situation passen, ganz wichtig. Es muss zu der Situation passen. Und die das rüberbringen, was du rüberbringen möchtest. Wie gesagt, der Geschäftsführer, der wollte loben. Wenn er Apell machen wollte, hätte er etwas Anderes erzählt, klar. In jedem Fall hast du schon ganz viele Storys erzählt. Grab so einfach mal ein bisschen und ich wette, du findest für jeden Präsentationsanlassen einen passenden Einstieg mit einer Anekdote. Also, Anekdote funktioniert eigentlich immer super, ohne, dass es langweilig wird.

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Siebte, sehr gute Möglichkeit, wie du in eine Präsentation einsteigen kannst, ist eine Demonstration.

 

Das kann richtig-richtig BÄMM machen. Nahmen wir mal an, du wärest ein Entwickler oder ein Geschäftsführer von einem Sägenhersteller und die neueste Innovation, die deiner Firma gelungen ist, ist eine Säge zu entwickeln, die zwar richtig Power hat, wenn es darum geht, meinetwegen Baumstämme durchzusägen aber erkennt, ob du Finger, Hand oder Arm in die Säge reinkriegen würdest und darum automatisch abschaltet. Nehmen wir es mal an. Und du hättest eine Präsentation vor dem Fachpublikum auf einer Messe.

Folgende Möglichkeit hättest du des Präsentationseinstieges: Du kommst an auf die Bühne und du sagt kein Wort. Kein Wort. Nicht „Hallo. Ich bin…“ Ne. Kein Wort. Du bringst deine Säge mit. Und da machst du diese Säge an und vielleicht liegt da schon vorbereitet so ein schöner dicker Holzstamm und den sägst du jetzt durch, dass jeder weiß, das ist eine echte Säge. Und dann nimmst du die Säge hoch und gehst mit deinem Finger ganz-ganz langsam an diese Säge ran. Und das jeder sehen kann: Oh, jetzt wird es gefährlich. Und in dem Moment, wo eigentlich dein Finger gleich abgesägt werden sollte hört die Säge auf zu sägen. Und die Demonstration ist gelungen. Jedem ist klar: Wow, diese Säge ist sensationell. Die kann echt meine Finger, meine Hand, mein Arm retten. Und der ist sogar bereit, das vor allen uns zu beweisen. Er hat so viel Vertrauen in sein Produkt, dass er das an sich selber zeigt.

Das ist eine Superdemonstration, die wirklich hängend bleibt. Also, wenn man einmal das erlebt hat, das wird keiner vergessen. Man braucht natürlich dieses Produkt dazu, was man irgendwie zeigen kann, aber ganz viele verschiede Produkte kann man auf ganz viele verschiedene Arten demonstrieren. Überleg dir, wenn du ein Produkt hast, wie kann man das irgendwie demonstrieren. Es ist auf jeden Fall sehr-sehr wirkungsvoller, weil das so einfach plastisch ist. Ein sehr-sehr wirkungsvoller Einstieg in deine Präsentation.

Präsentationseinstieg Nr. 8 ist die Abstimmungsfrage.

 

Gerade bei Rednern in letzte Zeit unglaublich beliebt. Manche übertreiben es ein bisschen, aber so meine persönliche Meinung. Grundsätzlich sind aber die Abstimmungsfragen super. Abstimmungsfragen sorgen dafür, dass das Publikum von Anfang an involviert ist. Von Anfang an hat man alle im Boot, weil irgendwie alle gefragt wurden. Und wenn es noch eine Frage ist, die alle interessiert, ist es umso besser. Machen wir mal ein Beispiel, aus meinem Bereich. Ich stelle gerne Abstimmungsfragen nach dem Motto: Wer von Ihnen wünscht sich, dass ab sofort die Präsentation, die Sie in Ihrem Unternehmen erleben, dass die spannender sind? Bitte mal Handzeichen. Ja, schauen wir uns um. Und so ca. 80% der Hände gehen hoch. Und 20% davon trauen es nicht, deswegen bleiben sich die Hände runter. Wird aber weiter auch die Hand heben. Was habe ich gemacht? Ich habe alle involviert. Die Menschen sind aktiv geworden, auch körperlich aktiv, durften natürlich die Hand heben und konnten ihre Meinung sagen und gleichzeitig sagen Sie: „Dieses Thema interessiert mich. Ich möchte mehr davon erfahren.“

Anderes Beispiel. Wenn ich nochmal diese Hochzeitsrede im Beispiel von vorher bemühe. Wenn ich jetzt sagen würde: „Liebe Hochzeitsgäste, wer von Ihnen hatte denn auch beim allerersten Mal, wo unser Hochzeitspaar, damals eben noch nicht verheiratet natürlich, wo er die beiden zum ersten Mal gesehen hat, wer von Ihnen hatte denn da das Gefühl, dass die auf jeden Fall zusammengehören? Bitte mal Handzeichen.“ Da ging es durch, wahrscheinlich 100% der Hände hoch, weil will da keiner zugeben, dass er das nicht geahnt hätte und gleichzeitig ist es ein Hochzeitstag. Also, da hat man jetzt wirklich alle mit im Boot. Und eine sehr schöne Möglichkeit, wie man in diese Präsentation einsteigt in dem Fall.

Was ist wichtig bei Abstimmungsfragen? Die Frage muss eindeutig sein. Also, es darf nicht eine Frage sein, bei der es man überlegen muss, wie ist die gemeint. Es darf auch keine Frage sein, bei der man jetzt als Fragestellender unsicher ist, wie wird jetzt die beantwortet. Die muss klipp und klar sein, die Frage. Das Ergebnis muss voraus unvorhersehbar sein, sonst darf man die Frage gar nicht stellen. Aber sonst ist Abstimmungsfrage, wenn es nicht übertrieben wird, Supermethode, um in die Präsentation einzusteigen.

Und die 9. Möglichkeit, um in eine Präsentation einzusteigen, ist es seinem Publikum ein Versprechen abzugeben.

 

Ein Versprechen, wie z.B.: „Schenken Sie mir heute ein paar Minuten Ihrer Zeit. Nach diesem Vortrag werden Sie die Welt mit ganz anderen Augen sehen.“ Nach so einem Versprechen hört man zu. Oder nicht? Da will man jetzt wirklich wissen, was steckt denn tatsächlich hinter dieser Aussage.

Wenn auch du deinem Publikum wirklich was versprechen kannst oder noch liefern kannst, dann kannst du mit dieser Technik wunderbar einsteigen. Du wächst die Neugier. Du sorgst dafür, dass die Leute dableiben, auch gedanklich dableiben und nicht innerlich abschalten. Und sorgst du dafür, dass du von Anfang an klarmachst: Das wird interessant. Bitte höre jetzt genau zu. Es lohnt sich für dich.

Und die 10. Möglichkeit, wie du in deine Präsentation einsteigen kannst, ist mit Humor.

 

Wenn di die Gabe besitzt, andere Menschen zum Lachen zu bringen und nämlich ein funstormer Typ ist, dann ist Humor eine wunderbare Möglichkeit für dich. Ich mach da gerne ein Beispiel. Angenommen, du muss eine Stegreifrede halte, wo es einfach spontan gefragt wird: Hey, komm. Sag mal nur was, vor dieser Mannschaft hier. Dann könntest du so humorvoll einsteigen wie: „Das ist jetzt überraschend. Ich habe gehört, dass eine gute Rede drei Anforderungen erfüllen muss. Im erstens sie braucht einen genialen Anfang. Zweitens, einen sensationellen Schluss. Und drittens, ganz wenig zwischen diesen beiden. Und das war jetzt mein genialer Anfang. Den Zwischenteil, den spare ich mir und hier komme ich gleich zum Schluss.“ Und jetzt beginnt die Eigentliche Präsentation.

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Das wäre so humorvoll eingestiegen in Präsentation. Es muss natürlich dem Anlass entsprechen, natürlich auch passen. Vom Typ her muss das passen. Es darf nicht gezwungen, gekünstelt teilen, aber wenn es dir gelingt, dann gleich zu Beginn, da, wo eben alle vor dir sitzen und dich erstmal bewerten, was bist du für ein Typ, ja, wenn es dir dann ein ganz lockerer Scherz gelingt, um die Sache so mal richtig zu entspannen, dann wissen alle sofort, mit wen sie es zu tun haben und jedem wird klar, das wird jetzt guter Vortrag. Da habe ich jetzt Lust zuzuhören an der Stelle.

Das waren also jetzt 10 Redeeinstiege. Ach so, ne, ein Moment. Den ersten hatte ich noch gar nicht genannt. Den ersten bi ich ja gleich total weggegangen.  Der erste Redeeinstieg war ja mein Geheimnis, das ich jetzt gerne mit dir teilen möchte. Was wirklich alle gute Redner machen? Wirklich alle gute Redner fangen eine Präsentation nicht mit dem Zitat an. Selbst diese ganzen Redeeinstiege, die ich gewählt habe, um sie jetzt dir vorzustellen, das ist nicht das allererste.

Was wirklich gute Redner machen, was wirklich gute Redner machen, am Anfang einer Präsentation, ist eine Verbindungschaft zwischen Zuhörer und Redner. Es gibt die Anekdote über einen Clown, der vor einigen Jahrzehnten, sehr-sehr erfolgreich war und von dem wird erzählt, er heißt Clown Kock, falls der Name schon mal gehört wurde. Von dem gibt es die Geschichte, dass er an jedem Abend, bevor er eine Vorstellung hatte, so zwischen dem Vorhang so heimlich durchgeschaut hatte und sich das Publikum angeschaut hatte. Und hat er folgendes gemacht. Er hat sich gesagt. So nur für sich, ganz leise: „Liebes Publikum, schön, dass du da bist. Ich freue mich, dass ich heute dir wieder einen schönen Abend bereiten darf. Ich freue mich, dass ich dich heute abends unterhalten darf. Genieß die Vorstellung. Ich verspreche dir, ich werde mein Bestes geben.“ Das war die Einstellung, mit der dieser Clown seine Vorstellung begonnen hat.

Und das sagt dir eins: Er kommt mit der ganz anderen Körpersprache an. Also, wenn er sagt so: „Oh, schon wieder. So viele Leute und ich muss jeden Abend den gleichen Scheiß machen. Habe ich mal kein Bock mehr. Diese Idioten, sie müssen schon längst meinen Vortrag vorher kennen.“  Oder irgendwas, was ich jetzt denken könnte. Ne, der war nicht genervt. Der hatte einfach Lust, jetzt sein Bestes zu geben, um sein Publikum maximal wert zu schätzen und zu unterhalten. Das war seine Mission. Die hat er so richtig gelebt. Und das ist mein letzter Impuls für dich.

Wenn du eine Präsentation halten muss, wenn du eine Rede halten muss, dann hat es in allermeisten Fällen 3 Gründen. Erstens, du willst informieren. Meinetwegen, sagt Chef zu dir: „Hey, mach mal so irgendwie einen Statusbericht was ist der aktuelle Stand der Dinge in deinem Projekt.“  Da musst du informieren. Oder du muss unterhalten. Meinetwegen, Hochzeitsrede, was auch immer, Rede bei Junggesellenabschied oder was auch immer. Da wirst du unterhalten. Oder drittens, du willst überzeugen. Klar, in dem Vertriebskontext, z. B. oder bei einer Unternehmenspräsentation oder bei einem Fachvortrag, wo du irgendwie neues Thema vorstellst, irgendein neues Produkt, eine neue Theorie, was auch immer. Du willst überzeugen.

Und was immer am Anfang kommen muss, ist das Bewusstsein, was deine Aufgabe in dieser Präsentation ist. Das ganz klare Bewusstsein: Ich bin heute hier, um eine Information rüberzubringen.  Die Information ist wichtig. Das musst du wissen. Und ich gebe heute mein bestes. Und diese wichtige Information dir so zu geben, dass du verstehst, dass sie wichtig ist und dass du die Information insgesamt verstehst, weil die so wichtig für dich ist. Das ist die Einstellung. Nicht: „Oh, mein Chef hat mir jetzt wieder aufgetragen. Jetzt muss ich eine sinnlose Präsentation machen. Ich weiß ja, was der Stand der Dinge ist, muss ich dem jetzt erzählen.“

Man kommt mit einer ganz anderen Körpersprache an, wenn man die erste Einstellung hat und nicht die zweite. Und bei der Überzeugung und bei einer Unterhaltung ist es genau das gleiche. Wenn ich mir vorab bewusstmache, meinetwegen jetzt im Unternehmenskontext eine Überzeugungspräsentation, zu der fast alle Präsentation gehören, die man im beruflichen Umfeld macht, ich möchte überzeugen, dann muss dir klar sein, dass du deinem Kunden heute eine richtig gute Sache präsentierest. Das wird ihm helfen. Du hast dich vorbereitet. Du hast sein bedarf analysiert. Und jetzt weißt du, was du ihm präsentierst. Das ist genau das, was er braucht. Das wird sein Problem lösen, das wird ihm… oder irgendeine Nützlichkeit Stift.  Und darum ist deine Körpersprache von Anfang an: Lieber Kunde, was ich dir heute zeige, ist der Hammer. Das wird dir richtig-richtig helfen.

Das ist also das Geheimnis aller guten Redner. Die fangen nicht nur einfach an, sondern die verbinden sich mit ihrem Zuhörer auf nonverbalen Ebene. Das sind nur so paar Sekunden, wo die dastehen und einfach nur die Beziehung klarmachen. Ich bin heute hier, damit ich dir irgendwas bringe. Sind nur paar Sekunden, aber die sind so wichtig, gerade, weil wir Menschen im Sekundenbruchteil entscheiden: Mag ich. Mag ich nicht, Vertraue ich. Vertraue ich nicht. Finde ich kompetent oder finde ich gar nicht kompetent.

Also, da hast du heute 10 Präsentationseinstiege von mir gehört. Ich hoffe, dass mindestens ein dabei war, bei dem du sagst: „Wow. Den muss ich dringend mal ausprobieren, denn es ist echt cool.“ Vielleicht, hast du noch auch paar andere, die ich noch gar nicht auf den Schirm hatte, dann schrieb mir die gerne in die Kommentare rein. Ich würde mich sehr interessieren. Oder ein anderes Thema, was dich auch interessiert, das ich mal vorstellen soll.

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