Die Technik für den souveränen Umgang mit verbalen Angriffen

Die Technik für den souveränen Umgang mit verbalen Angriffen

 

 

Wir alle kennen das Problem: jemand sagt was zu uns und plötzlich merken wir wie eine gewisse Aggressivität in uns hochkommt und wir eigentlich am liebsten mal so zurückschlagen wollen. Da kommen Ausssagen wie: „Du hast doch keine Ahnung“, „Da fehlt Ihnen die Erfahrung“ oder „Kümmer dich um dein eigenem Scheiß“. Und dann wenn wir uns jetzt selber beobachten, merken wir, wie so ein gewisses Energielevel nach oben steigt. Man kann auch sagen ein Stresslevel nach oben geht. Man kann sagen ein Aggressionslevel nach oben geht und alles was wir jetzt sagen ist nicht mehr nett.

Und im Sinne der Beziehung zu diesem Menschen nicht mehr hilfreich. Was können wir tun? Kommt jetzt also so eine Aussage wie zum Beispiel: „Kümmer dich um dein eigenes Scheiß“ oder „das habe ich noch nie gebraucht, haben wir noch nie so gemacht“ oder „was bist du für jemand“.  In dem Moment springt bei uns diese Alarm Programm an, der Stresslevel geht nach oben und wir sind zu keiner souveränen Aussage mehr fähig. Was also tun?

 

Die Technik für den souveränen Umgang mit verbalen Angriffen

 

Die Kommunikationstechnik „Wie gewünscht“

 

1. Wie für Wiederholen

Was man tun kann? Man kann erst mal wiederholen. Da sagt also ein Kollege zu dir: „Ich brauche kein Helm, ja, mir ist noch nie was auf den Kopf gefallen“. Sagst du anstatt: „Ich hatte ja schon aber gesagt, zieh mal Helm auf“ sagst du ab sofort: „Versteh ich dich richtig, du glaubst, dass du hier kein Helm brauchst?“ Noch mal eine Antwort Impuls gedacht: der Gegenüber kann nicht anders als sich zu überlegen, was bedeutet diese Frage jetzt für mich. Also du gewinnst noch keinen Blumentopf, aber du gewinnst Zeit, Zeit für dich, um wieder in ein Energielevel zu kommen, werde wieder Herr deiner Sinne und deiner Reaktion und dann wieder ganz neu mit deinen Kollegen diskutieren kannst. Also wiederhol mal irgendein Angriff.

 

2. Ge für Gegenfrage

Nehmen wir an der Kollege sagt zu dir: „Hej, ich brauche kein Helm. Ich habe noch nie ein Helm gebracht“. Könntest du sagen: „Sag mal, was muss passieren, dass du einen Helm anziehen würdest“. Wenn du eine Frage stellst, ist es unglaublich schwer nicht über diese Frage nachzudenken. Also man hat einfach sofort den Wunsch darauf zu antworten und diese Fragen bewirken zwei Sachen.

  • Erstens, dass dein Gegenüber mal reflektieren muss und sich überlegen muss: „was meint er damit, ist da was dran was kann ich wirklich tun in dem Fall, um ab sofort Helm anzuziehen, weil er wirklich sinnvoll ist“.
  • Und zweitens, wieder du gewinnst für dich Zeit. Zeit, die dir hilft wieder in ein etwas gemäßigtere Fahrwasser zu kommen und dann eine souveränere Antwort geben zu können.

 

3. Wü für würdigen

Das letzte, was du tun kannst, ist diese Aussage zu würdigen. Noch mal dran gedacht? Hinter jeder Aussage steckt immer ein guter Gedanke. Das unterstellen wir zumindest mal den Menschen. Diese kleine Anekdote hast du vielleicht noch im Kopf mit der Hochzeitstorte. Der Mensch, der vor dir ist und langsam in der 30er Zone vielleicht nur 20 fährt, der will dich nicht ärgern, sondern er hat diese Hochzeitstorte. Die ist auf den Beifahrersitz und wenn du jetzt drängt, fällt die Torte unter. Das willst du nicht und darum machst du langsam.

 

Die Technik für den souveränen Umgang mit verbalen Angriffen

 

Und genau diese Mechanik, die wendest du da auch an. Sprich: da sagt einer „Ich brauche kein Helm, ja mir ist nie was passiert“. Sage ich: „Ich finde es toll, dass du schnell machen möchtest und nicht erst noch ein Helm suchen willst, sondern gleich wieder eine Aufgabe angehen möchtest. Das finde ich super. Gleichzeitig bin ich Sicherheitsbeauftragte in unserer Firma und muss dafür sorgen, dass hier auch wirklich alle am Abend noch mit einer heilen Birne rausgehen darum bitte ich dich an der Stelle: zieh den Helm an“.

 

Die Technik für den souveränen Umgang mit verbalen Angriffen

 

Also du würdigst das, was dieser Mensch eigentlich machen wollte, nämlich schnell. Er wollte eben, dass die Produktion möglichst schnell wieder weitergeht. Das ist ein zu würdigendes Anliegen, dass dieser Mensch hat, da holst du ihn ab. Da seid ihr auf einer Seite, wo kämpft ihr jetzt miteinander nicht, sondern du hast Verständnis und gewinnst so einen Partner, der dann auch wieder mehr geneigt ist dir zuzuhören, sich dir gegenüber öffnet, um deinem Anliegen das er wiederum ein Helm aufziehen sollte.

Das waren so ein paar Ideen noch mal zur Vertiefung, was du tun kannst, wenn da mal wieder ein Kollege in einer wenig wertschätzenden Weise mit dir umgeht. Die Technik wurde von Dr. Gudrun Fey entwickelt, der ich an dieser Stelle danken möchte, für diese sehr hilfreiche und praxistaugliche Methode. Würde es sie noch nicht geben, ich hätte sie mir tatsächlich ge wü nscht.

 

 

Über den Author:

Steffen Moll ist, zertifizierter Trainer und unterstützt Menschen, ihre Präsentationsfähigkeiten
signifikant zu verbessern. Er hält selbst regelmäßige Vorträge und unterstützt als Speaker-Coach Menschen, die wichtiges zu sagen haben.

praesentieren lernt man nur durch praesentieren

Ähnliche Beiträge: