Die beliebtesten Fehler während Präsentationen

30 Millionen Präsentationen werden weltweit am Tag erstellt. An einem Tag 30 Millionen. Und wissen Sie was? 90 Prozent davon, wie in Microsoft herausgefunden haben, sind schlecht. 90 Prozent von 30 Millionen schlecht. Also, 27 Millionen sind leider nicht sinnvoll angelegte Zeit, nicht sinnvoll angelegtes Geld.

Und darum ist meine Mission die Welt von diesen schlechten Präsentationen zu befreien. Und wenn ich Ihnen dabei helfen kann, den einen anderen Fehler zu vermeiden, hat sich das für mich schon gelohnt. Ich würde Ihnen heute gerne ein paar Präsentationstipps an die Hand geben und zwar in der Form, dass ich Ihnen mal Fehler ganz deutlich zeige, damit Sie die bitte in Ihrem Leben nie wieder machen. Sehen Sie also jetzt die beliebtesten Fehler während Präsentationen.

 

 

1. Präsentationsfehler: Nutzen für den Zuhörer definieren 

 

Bitte machen Sie sich immer bei einer Präsentation bewusst, was der Nutzen für den Zuhörer ist. Das muss völlig klar sein. Geht es darum, eine Information weiterzugeben, die Ihr Publikum noch nicht hat. Geht es darum, dass Sie überzeugen wollen für ihr Thema, für ihr Produkt, für was auch immer. Oder wollen Sie motivieren. Was es auch immer ist, das sollte im Zentrum Ihrer Präsentation sein, damit Ihre ganzen Folien, Ihre ganzen Inhalte sich allein um dieses Thema drehen.

 

2. Präsentationsfehler: Nicht lächeln

 

Ich wurde mal eingeladen bei der IHK Stuttgart einen Vortrag zu halten. Und ein Bekannter von mir hat es mit seinem Smartphone aufgenommen. Ich habe das hinterher gesehen und ich dachte mir: Was ist eigentlich das da vorne von arroganter Schnösel, der schafft es ja nicht ein einziges Mal zu lächeln?

Lächeln wirkt entspannend. Lächeln macht Sie souverän, sympathisch und sogar kompetent. Alles wissenschaftlich erwiesen. Darum nutzen Sie diesen Booster für Ihre Präsentation, indem Sie lächeln.

Kleiner Tipp von mir an dieser Stelle: Sorgen Sie doch dafür, dass irgendwo im Raum, wo Sie präsentieren, ein kleiner Smiley hängt und immer, wenn Ihr Blick so auf diesen Smiley fällt, dann erinnern Sie sich daran: Ach, ich wollte ja mal wieder lächeln.

 

3. Präsentationsfehler: Reden und hörbar ausatmen

 

Beliebter Fehler bei Präsentationen ist es, wenn ich jetzt einfach mal vormache, wenn ich rede während ich ausatme. Das kommt so ein bisschen gelangweilt rüber. Im schlimmsten Fall sogar genervt. Ich erlebe das ganz oft zum Ende einer Präsentation. Verständlich, man ist froh, dass das alles jetzt ganz gut über die Bühne ging und jetzt ist es gleich vorbei und da bin ich froh.

Und jetzt hat mich mal diese ganze Anspannung raus. Es ist ein Stück weit normal, aber es ist nicht gut. Das kommt nicht gut an. Trennen Sie ganz bewusst das Sprechen vom deutlich hörbaren Ausatmen. Machen Sie lieber eine Pause und lassen da ordentlich die Luft raus. Und wirken Sie von Anfang bis Ende sympathisch, kompetent und präsent.

 

4. Präsentationsfehler: Sprechen wie Goethe

 

Beliebter Präsentationsfehler ist es, wie Goethe schreibt zu sprechen. Beispiel: „Meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich freue mich sehr, dass sie heute hier so zahlreich erschienen sind und dass ich dadurch die Gelegenheit habe, Ihnen meine Präsentation vorzuführen, inklusive aller Punkte, Unterpunkte und Unterunterpunkte.“

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So redet kein Mensch. Bitte lösen Sie sich von Ihrem geschriebenen Manuskript. Lebendig ist ein Vortrag, der spontan wirkt. Klar, sollten sich vorher Gedanken gemacht haben, aber wenn Sie das einfach Satz für Satz aufschreiben und das mehr oder weniger vorlesen, das ist aktive Zuhörer-Sterbehilfe und das werden Sie bitte zukünftig vermeiden.

 

5. Präsentationsfehler: Kein Blickkontakt zum Publikum

 

Beliebter Fehler bei Präsentationen: Kein Blickkontakt zum Publikum. Da gibt es ganz viele Gründe. Zum Beispiel, weil man viel zu sehr mit seinem Manuskript beschäftigt ist. Oder mit der Folie oder mit seinem Laptop, was es auch immer ist. Es wirkt nicht positiv. Die Verbindung zwischen dem Publikum und Ihnen als Sprecher geht verloren.

 

Beliebter Fehler bei Präsentationen: Kein Blickkontakt zum Publikum.

 

Achten Sie darauf, dass diese Verbindung zu jeder Zeit bestand hat und schauen Sie, wenn es geht, direkt in die Kamera oder eben Ihr Publikum an. Dazu ist es nicht notwendig, dass Sie wirklich jeden anschauen, der im Publikum sitzt. Es ist unmöglich bei großen Präsentation mit vielen Menschen, aber schauen Sie, dass Sie ungefähr verschiedene Ankerpunkte im Publikum setzen und so einfach mal gefühlt jeden anschauen.

Am besten, Sie wählen einen Menschen, den Sie sympathisch finden oder vielleicht kennen, und schauen ganz bewusst immer diese Person an. So stehen Sie in gutem Kontakt. Der Bezug ist vorhanden und Sie involvieren Ihr Publikum indem Sie ihm Aufmerksamkeit schenken.

 

6. Präsentationsfehler: Reden ohne Punkt und Komma

 

Was man auch häufig erleben kann, ist folgendes Problemchen. Da erzählt jemand zum Beispiel folgendes: „Ja, und als ich in der Schule war, da habe ich Musik sehr gerne gemacht, weil ich habe auch schon früh angefangen, Geige zu spielen, und war da auch lange im Orchester und alle fragen sich jetzt, wann mache ich endlich mal einen Punkt?“ Wann geht die Stimme endlich mal nach unten? Wenn die Stimme nach unten geht, weiß das Publikum: Aha, jetzt kann ich mal kurz gedanklich das ganze setzen lassen und habe Luft zum Atmen.

Es kommt nicht sofort ein neuer Gedanke, noch ein Gedanke, noch ein Gedanke. Und überlegen Sie sich gleichzeitig, ob so mancher Nebensatz, den Sie in Ihre Sprache einbauen, nicht vielleicht an einer anderen Stelle, außerhalb des Vortrags, sich viel wohler fühlen würde. Also, sprich, verwenden Sie gerne Hauptsätze.

 

7. Präsentationsfehler: Langweilig und eintönig reden

 

Es gibt ein Gesetz, möchte ich sagen, in der Präsentationskunst und dieses Gesetz heißt:

Du sollst nicht langweilen.

Und eine Sache, wie man mit Präsentationen langweilen kann, ist neben dem Inhalt die eintönige Sprechweise da da da die – da da da da – da da da die – da da da da oder im schlimmsten Fall einfach immer nur auf einem Niveau sprechen. Und das, was man immer nur auf einem Niveau sprechen kann, das kann man auch mit der Gestik machen. Man bewegt sich nicht. Mimik findet nicht statt. Am besten bewege ich nicht mal meinen Kopf. Höchstens mein Mund. Das ist aktive Zuhörer-Sterbehilfe.

Merken Sie schon wie langweilig es wurde. Vielleicht sind Sie sogar schon eingeschlafen. Falls nicht, freue ich mich, dass Sie noch dabei sind. Bitte geben Sie Ihren Präsentationen Leben. Das können Sie machen mit Laut mit Leise, mit ausladend und mit kleineren Handbewegungen, indem Sie mit Ihrer Stimme mal geheimnisvoll sprechen und mal auch mal richtig deutlich laut mit Pausen punktuiert etwas betonen.

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Sie haben eine unglaubliche Vielfalt in Ihrer Stimme, die Sie einsetzen können. Und das werden Sie bitte zukünftig tun, damit Sie nicht in die Falle geraten, Ihre Zuhörer langsam einzuschläfern.

 

8. Präsentationsfehler: Keinen roten Faden haben

 

Ein weiterer Fehler, den man häufig sieht, ist, dass man keinen roten Faden in der Präsentation vorfinden kann. Woran liegt das? Das ist geil, aber Schluss ist noch nicht geil. Mein Schluss, der muss nun geiler werden. Da ist, zum Beispiel, die Präsentation von letztem Jahr, noch mal hochgeholt worden, mit der von vor letztem Jahr komplettiert, mit ein paar neuen Folien ergänzt. Außerdem hat ein Kollege noch was reingeschickt. Im Netz hat man auch noch einen spannenden Inhalt gefunden. Das hat man jetzt in Folien schlachtgemacht, einmal rumgerührt und das wird jetzt gezeigt. Da ist kein roter Faden drin und das merkt das Publikum.

Nach einem Vortrag wird niemand aus dem Publikum kommen und sagen: „Mensch, Ihre Struktur, die war ja so super“. Wenn die Struktur aber fehlt, dann merkt man das. Struktur ist eine Qualität sogar. Und das ist übrigens auch der Grund, warum viele sich zu sehr an dem Manuskript festhalten. Weil es keinen roten Faden gibt, dem Sie folgen könnten.

Und darum überlegen Sie sich, wie können sie ihre Präsentation aufbauen. Gibt es vielleicht ein „Früher-Heute-Zukunft“. Gibt es vielleicht ein „Das war das Problem – So wollen wir es lösen – und – Das wird die Zukunft bringen“. Wie auch immer Sie ihre Präsentation strukturieren. Überlegen Sie sich es, damit sie ihre Zuhörer abholen, mitnehmen und, im Idealfall, noch überzeugen.

 

9. Präsentationsfehler: Genervt auf Fragen reagieren

 

Viele, die eine Präsentation vortragen, mögen Zwischenfragen nicht. Und das Problem dabei ist, dass man es Ihnen total anmerkt. Vielleicht haben Sie Angst, dass Sie die Frage nicht zufriedenstellend beantworten können. Vielleicht denken Sie sich: Das müsste doch eigentlich nach meinem Vortrag wissen. Ich weiß es nicht, woran es liegt, es ist auf jeden Fall, wenig wertschätzend.

 

Ein häufig treffender Präsentationsfehler: Genervt auf Fragen reagieren

 

Bitte machen Sie sich folgendes bewusst. Wenn Sie eine Präsentation halten, ist der Grund Ihrer Präsentation immer das Publikum. Für sich alleine bräuchten Sie keine Präsentation. Bauen sie daher, auch wenn sie vielleicht leiern vor sich haben, immer eine positive Beziehung zu ihrem Publikum auf. Sie sind da, um ihnen etwas zu geben, um ihnen etwas zu bringen, ein Mehrwert zu liefern. Und wenn eine Rückfrage kommt, rate ich Ihnen, dass Sie vielleicht ähnlich reagieren wie: „Sehr gute Frage.“, „Interessanter Gedanke.“ Erstens, wertschätzen Sie damit ihren gegenüber und zweitens verschafft Ihnen genau das Zeit, um nachzudenken.

 

10. Präsentationsfehler: Nicht wissen, wie es weitergeht

 

Beliebter Präsentationsfehler: Man weiß nicht, was auf der nächsten Folie kommt. Der Typ nimmt die Präsentation nicht so ernst, dass es sich wirklich auch darauf vorbereitet. Es raubt einem Vortrag unglaublich viel Wirkung, wenn Sie erstmal auf die Folie schauen müssen oder Ihren Laptop reinschauen müssen, um zu sehen was kommt jetzt. Es zeigt ihrem Publikum, dass Sie es nicht genug wertschätzen, dass Sie sich ausreichend vorbereiten. Darum wissen Sie ab sofort immer, was kommt bevor Sie klicken. Und wie macht man das? Man bereitet sich vor.

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Bitte arbeiten Sie nicht bis kurz vor knapp an ihrer Präsentation und arbeiten bis spät in die Nacht, um hier noch eine Folie zu ergänzen und da noch ein Unterpunkt reinzukriegen. Verwenden Sie diese Zeit besser, um sich mal früh ins Bett zu legen und vor allem Ihre Präsentation noch 2-3-mal durchzugehen. Denn das, was Sie sagen ist wichtig, aber das wie Sie es sagen, das entscheidet. Beides gehört zusammen. Und Sie machen auf jeden Fall zukünftig nicht mehr diesen Fehler, dass Sie nur in das WAS investieren, sondern auch in das WIE und somit wissen, was als nächstes erscheint.

 

11. Präsentationsfehler: Pannen als Pannen sehen

 

Ein Fehler, der zugegebenermaßen sehr weit verbreitet ist, ist es Pannen, die beim Präsentieren passieren, als Pannen zu sehen. Ja, wenn was passiert was nicht gut ist, dann ist es doch nicht gut, oder? Doch, das ist Ihre Chance so richtig zu zeigen, was in Ihnen steckt. Das ist Ihre Möglichkeit, Ihrem Publikum zu beweisen, wie souverän und sicher Sie auftreten.

Ich war mal bei einem Vortrag. Da ist folgendes passiert, dass das Mikrofon ständig ausgefallen oder hat gerauscht und es musste ausgetauscht werden auf der Bühne. Diese Frau, die da präsentiert hat, war etwas korpulenter und schon ein bisschen älter. Und der Tontechniker wollte sich so hinstellen, dass sie sich umdrehen musste und das Publikum praktisch ihren hintern gesehen hätte, während er das jetzt tauscht. Sie hat das ganz souverän gemacht und sagte: „Oh, ne, ne, mein Junge. Du kommst mal schön hinter mich.“ Hat einen kleinen Gag daraus ausgemacht. Stand da, hat ein paar nette Kommentare dazu gebracht. Und ich muss sagen, aus ihrem Vortrag weiß ich nicht mehr so viel, aber das ist mir eine gute Erinnerung geblieben.

Pannen sind Ihre Chance, sich sympathisch und souverän Ihrem Publikum zu präsentieren. Sehen Sie daher Panne als Chance und nicht als Panne.

 

12. Präsentationsfehler: Zuhörer vollschwallen

 

Ist der Fehler weit verbreitet: Der Glaube, dass Präsentation eine kommunikative Einbahnstraße ist. Ich Sender, da Empfänger. Das passiert so häufig, aber so ist es nicht.

Eine Präsentation ist ein lebendiger Austausch. Zwischenfragen – erwünscht. Nachdenken lassen – erwünscht.  Nicken abholen – habt ihr das jetzt verstanden? – notwendig. Sehen Sie Präsentation eher als strukturierte Gespräche. So fallen Sie außerdem nicht in die Gefahr, dass Sie irgendwas nur runterleiern, sondern, dass Sie es Ihr zwischen einem guten Freund und sich als Dialog erleben.

 

 

Danke für das Photo by NeONBRAND on Unsplash und by Marcos Luiz Photograph on Unsplash

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