Arbeiten Sie in einem Unternehmen aus dem 20. Jahrhundert?

„Survival of the fittest“. Dieser Grundsatz wird häufig mit „Überleben des Stärkeren“ übersetzt. Diese Übersetzung ist nicht nur ungenau. Sie ist falsch. Richtig ist:

„Überleben des (am besten) Angepassten.“

Viele Unternehmen wurden zu großen Dinosauriern, wurden bequem und selbstgefällig und meinten sich

  • Kundenwünschen
  • Markttrends
  • Technologischen Veränderungen
  • und dem Zeitgeist

entziehen zu können. Diese vier Antriebskräfte waren in den letzten Jahren besonders mächtig am Werk. Es ist daher sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter elementar, zu überprüfen, ob das eigene Unternehmen optimal an die aktuellen Bedingungen angepasst ist.

Nach mittlerweile über 6 Jahren als Berater und 1 ½ als Marketingreferent, habe ich zahlreiche Unternehmen kennen gelernt. Einige davon sind im 21. Jahrhundert angekommen sind. Andere nicht.

7 Warnsignale, woran Sie erkennen, ob Ihr Unternehmen im 20. Jahrhundert hängen geblieben ist:

1. Sie haben ein Organigramm

In den produktionsgetriebenen Unternehmen des 20. Jahrhundert waren effiziente Arbeitsstrukturen notwendig, die einen dachten, die anderen machten. Deutlich wird das in Organigrammen, wo die einen oben sind und die anderen unten.

Kommt in Ihrem Organigramm auch der wichtigste Stakeholder vor, nämlich der Kunde? Sagt das Organigramm aus, wie die einzelnen Abteilungen miteinander arbeiten sollen? (Oder fördert es das Silodenken?) Ist der, der oben steht wichtiger als der, der unten steht. Hat die, die oben steht, besser Ideen, als die die unten steht.

Sie haben all diese Fragen mit NEIN beantwortet? Dann schaffen Sie das Organigramm ab: es ist im 21. Jahrhundert bedeutungslos geworden.

2. Sie verwalten sich selbst

Wie viel Ihrer Zeit investieren Sie in die Zufriedenheit Ihrer Kunden. Und wie viel in Verwaltung, interne Abstimmungen und sonstige Bürokratie? Nehmen

  • Zeiterfassung,
  • das Ausfüllen von Anträgen auf Arbeitsmittel
  • sowie Reise-
  • und Fahrtkostenabrechnung

einen signifikanten Teil Ihrer Arbeitszeit in Beschlag?

Unternehmen im 21. Jahrhundert vertrauen Ihren Mitarbeitern. Sie wissen, dass Selbstverwaltung weder Spaß macht, noch sinnvoll investierte Arbeitszeit ist. Sie entwickeln daher Prozesse und Strukturen, die administrative Tätigkeiten auf ein Minimum beschränken.

3. Ihr Marketing-Budget fließt hauptsächlich in klassische Werbung

Klassische Werbung, wie Printanzeigen, Werbemailings, Banner- und Suchmaschinenwerbung, sind typische Formen des Unterbrechungsmarketings, wie es noch im letzten Jahrhundert erfolgreich war. Der Zeitgeist und die Kundenerwartungen haben sich jedoch radikal geändert. Kunden sind sehr gut geworden im Ausblenden von Werbebotschaften (schließlich gibt es Spamfilter, man kann wegklicken oder abschalten). Was sie interessiert, sind für sie relevante und nützliche Inhalte, die nicht verkäuferisch daherkommen.

Unternehmen im 21. Jahrhundert haben das erkannt und betreiben Content Marketing, das ihrer Zielgruppe echte Mehrwerte bietet.

4. Niemand interessiert sich für Ihre Unternehmenskommunikation

Keine Facebook Fans oder Twitter Follower, kaum Newsletter-Abonnenten, wenig Traffic auf der XING Page Ihres Unternehmens und die Besucher auf der eigenen Webseite sind meist Mitarbeiter, die auf der Suche nach der Postanschrift oder einer E-Mailadresse sind.

Wenn das bei Ihnen der Fall ist, dann liegt das vermutlich daran, dass Ihr Unternehmen nichts (interessantes) zu erzählen hat. Ihre News drehen sich nur über sich selbst, Ihre Pressemitteilungen stehen in Punkto Emotionalität Gesetztestexten in nichts nach und Ihre Devise lautet:

“Ja nicht so viel verraten, das kriegen doch alles die Wettbewerber mit.”

Kommt Ihnen das bekannt vor? Unternehmen im 21. Jahrhundert sind großzügig mit dem Teilen von Informationen. Sie geben Wissen gern weiter. Weil sie verstanden haben, dass man nur so zu einer echten Autorität im Markt wird und sich das Vertrauen der Kunden erwerben kann.

5. Ihre Unternehmenspräsentation ist reine Selbstbeweihräucherung

Die Art und Weise, wie sich Unternehmen bei Geschäftspartnern und Kunden präsentieren ist ein guter Gradmesser für die Firmenkultur. Dreht sich in diesem Unternehmen alles um sich selbst? Oder geht es hauptsächlich um Kundenbedürfnisse? Stehen Produkteigenschaften oder individuelle Kundenlösungen im Vordergrund?

Unternehmen im 21. Jahrhundert vermeiden diese häufigen Fehler in Präsentationen und bedienen sich intelligentem Storytelling um Ihre Kunden zu interessieren und zu begeistern.

6. Ihr Vorgesetzter hat zwar wenig Ahnung aber immer Recht

Sind in Ihrem Unternehmen Titel wichtiger als Fachwissen? Hat der, der im Organigramm weiter oben steht auch immer die besten Ideen und das letzte Wort? Treffen “Vor”gesetzte immer die richtigen Entscheidungen und müssen sie diese daher auch ihren “Unter”gebenen nicht begründen?

Wenn das bei Ihnen der Fall ist, dann sollten Sie sich eines bewusst machen: die einzige Existenzberechtigung eines Unternehmens in einem Hochlohnland, sind die Ideen und das Know-how der Mitarbeiter sind. Sie zu demotivieren und bevormunden zu wollen, ist der sicherste Weg in die Insolvenz.

7. Sie fühlen sich eingeschränkt und bevormundet

Sie haben wenig Wahlmöglichkeiten? Geringe Entscheidungsbefugnis? Und noch weniger Handlungsspielraum, wie sie Ihren Arbeitsalltag strukturieren oder mit welchen Aufgaben Sie sich beschäftigen? Dann arbeiten Sie mit Sicherheit in einem Unternehmen aus dem 20. Jahrhundert.

Denn gute Führungspersönlichkeiten führen über Ergebnisse. Die Wege dahin, überlassen sie ihren Mitarbeitern.

Als die Arbeit noch hauptsächlich eine körperliche war, machte es noch Sinn, seine Untergebenen mit der Peitsche zu mehr Leistung anzuspornen, so dass sie schneller liefen und mehr schufteten (das machen glücklicherweise heute selbst die schlechtesten Arbeitgeber nicht mehr). Aber: Wissensarbeiter im 21. Jahrhundert kann man nicht dazu zwingen, mehr oder kreativere Idee zu haben. Indem man ihn unter Druck setzt, erreicht man sogar genau das Gegenteil.

8. Grüßen ist was für Untergebene

Aber sicher nichts für Vorgesetzte. Schließlich muss man den hierarchischen Unterschied nicht nur äußerlich deutlich machen (durch einen dicken Firmenwagen) sondern auch nonverbal den Untergebenen immer spüren lassen. Schließlich können die ja froh sein, dass sie hier arbeiten dürfen.

Es ist traurig, dass sich manche Menschen so wichtig nehmen. Aber es ist sogar geschäftsschädigend, wenn man die Wissensarbeiter im 21. Jahrhundert so behandelt.
Denn gute Leute (vor allem der Generation Y) wollen neben fairer Bezahlung auch Anerkennung für Ihre Arbeit. Führungskräfte im 21. Jahrhundert tun alles dafür, dass sich die Menschen im Unternehmen wohl fühlen und sie ihr Potenzial voll und ganz entfalten können.

 

 

Sicherlich gibt es noch mehr Warnsignale, dass ein Unternehmen die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Meine Empfehlung: nehmen Sie diese 8 Indikatoren als Basis für die kritische Betrachtung Ihres Unternehmens, wie gut es an die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst ist.

Sie haben in Ihrem Unternehmen Defizite erkannt? Dann handeln Sie!!!

Liegen bei Ihnen die Punkte 1, 2, 6, 7 und 8 im Argen, dann wenden Sie sich z. B. an Sie sich Schumacher und Baumanns, ein Beratungsunternehmen mit besonderes Augenmerk für den wichtigsten Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg: die Menschen im Unternehmen.

Sind es eher die Punkte 3, 4 und 5, bei denen bei Ihnen die Warnlampen angehen, dann sprechen Sie mit uns. Wir machen Kommunikation, die ankommt und erarbeiten mit Ihnen gemeinsam Marketingstrategien für das 21. Jahrhundert.

“Bei uns wird sich sowieso nichts ändern”.

Wenn Sie so denken, dann sollten bei Ihnen jetzt alle Warnlampen angehen.

Liebt Sie Ihr Unternehmen? Dann sorgt es dafür, dass Sie weiterkommen.

Mein Rat: suchen Sie sich schnell ein neues Unternehmen.
Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Vielen Dank an Theodore Scott für das Foto Dinosaur. (Attribution 2.0 Generic)